Bitte nicht stören – Wasserpflanzen bei der Arbeit
Im Groß Glienicker See sind derzeit größere Ansammlungen von Wasserpflanzen zu beobachten. In den vergangenen Tagen wurden wiederholt Pflanzen aus dem Wasser gezogen und am Ufer abgelegt. Das Bezirksamt Spandau bittet darum, die Pflanzen im See zu belassen, da sie eine wichtige Funktion für die Wasserqualität und das ökologische Gleichgewicht des Sees erfüllen.
Bei den Wasserpflanzen geht es um Raues Hornkraut, auch Hornblatt genannt. Es sind ausdrücklich keine Algen und auch keine Algenblüte. Hornkraut ist eine natürliche Wasserpflanze.
Das Hornkraut nimmt Nährstoffe aus dem Wasser auf und setzt Sauerstoff frei. Zudem bietet es Schutz- und Lebensräume für zahlreiche Wasserorganismen. Gerade zu dieser Jahreszeit nutzen Fische und andere Tiere Wasserpflanzen zur Fortpflanzung und als Rückzugsort.
Bezirksstadtrat Thorsten Schatz erklärt:
„Auch wenn das Hornkraut beim Baden als störend empfunden werden kann, hilft es dem See. Es nimmt Nährstoffe auf, verbessert die Sauerstoffversorgung und bietet Jungfischen Schutz. Deshalb ist es wichtig, die Pflanzen im Wasser zu belassen.“
Der Groß Glienicker See ist seit Jahren durch verschiedene Einträge mit Nährstoffen belastet. Diese Nährstoffbelastung begünstigt das Wachstum von Wasserpflanzen. Zugleich kann das Hornkraut dazu beitragen, überschüssige Nährstoffe aufzunehmen und damit einer möglichen Algenentwicklung entgegenzuwirken. Gerade in Zeiten hoher Wassertemperaturen und niedriger Wasserstände ist diese Funktion besonders wichtig.
Da Hornkraut nicht zwingend im Seegrund verwurzelt ist, sondern auch frei im Wasser treiben kann, wird es durch Wind und Strömung an bestimmte Uferbereiche getragen. Dort kann es sich zeitweise sammeln. Sobald sich die Windrichtung ändert, verlagern sich diese Ansammlungen in der Regel wieder.
Bezirksamt Spandau von Berin