Spandauer Neubauviertel Waterkant: Einwohner:innen fordern mehr Einsatz für Sicherheit, gegen Vermüllung, wildes Parken und Präsenz des Ordnungsamts

Gute Nachbarschaften entstehen in großen Neubauquartieren nicht von allein. Das zeigt sind erneut in der Spandauer Waterkant an der Havel mit tausenden neuen Wohnungen. Engagierte Anwohner:innen des Neubaugebiets haben sich an die Politik gewandt und um mehr Mülleimer und Präsenz von Polizei und Ordnungsamt gebeten. Die beiden direkt gewählten SPD-Wahlkreisabgeordneten Daniel Buchholz und Bettina Domer haben die Themen in einer Parlamentarischen Anfrage aufgegriffen und fordern Verbesserungen, u.a. durch Kiez-Koordinator:innen.

Stand heute sind alle 361 fertiggestellten Wohnungen des Bauabschnitts mit Blick auf die Havel vermietet. In diesem Herbst sollen weitere 206 Wohnungen bezugsfertig sein und bis 2023 werden weitere 531 Wohnungen im Neubauquartier Waterkant entstehen.

Im Mai 2021 reinigten engagierte Mieter:innen die Flächen an der Waterkant von Müll und informierten den Bezirk danach schriftlich über die Reinigungsaktion. Sie baten um mehr Mülleimer, doch der Bezirk erteilte dem Anliegen eine Absage. In einem weiteren Schreiben zeigten sich die Bürger:innen enttäuscht von der Antwort des Bezirksstadtrates und schilderten weitere Probleme neben der Vermüllung: fehlende Parkplätze, wildes Parken auf Freiflächen und das Bedürfnis nach mehr Sicherheit durch Präsenz von Polizei und vor allem Ordnungsamt.

Das Schreiben wurde nicht nur an den Bezirk, sondern auch an den Senat und die Abgeordneten des Ausschusses für Stadtentwicklung des Berliner Abgeordnetenhauses gesendet.

Die beiden Spandauer SPD-Abgeordneten Bettina Domer und Daniel Buchholz haben dazu eine umfangreiche Parlamentarische Anfrage an den Senat gestellt. Die Antworten stellen sie nur zum Teil zufrieden: „Die Themen gute Nachbarschaft und Mobilität sind Schlüsselthemen für die erfolgreiche Entwicklung neuer Stadtquartiere, so auch in der Spandauer Waterkant. Die schnelle Anbindung von Haselhorst und Hakenfelde durch die Reaktivierung und Verlängerung der S-Bahn („Siemens-Bahn“) und seit Langem in Planung befindliche Straßenbahnstrecken bleibt für die nächsten Jahre leider ein unerfüllbarer Traum. Viel Zeit ist verplempert worden durch immer neue Planungen ohne Entscheidungen, wir haben schon seit vielen Jahren auf dieses Problem aufmerksam gemacht.

Zur Quartiersentwicklung gehört auch eine funktionierende Nachbarschaft. Wir befürworten den Einsatz von Kiezkoordinator*innen durch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften in den neuen Stadtquartieren, um Probleme schnell anzugehen und Ideen aufzunehmen. Neue Quartiere müssen erst zusammen wachsen, das ist unbestritten. Aber die Anfangsprobleme sind immer die gleichen, darum sollte mit dem Bezug der ersten Wohnungen proaktiv eine Kiez-Koordination eingerichtet werden. Das mindert Konfliktpotenzial und hilft beim Aufbau guter Nachbarschaften. Offensichtlich gibt es auch Kommunikationsprobleme zwischen den Bewohner:innen und der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. Hier sollte kurzfristig und nicht nur per E-Mail Kontakt gesucht werden.

Die fehlenden Kapazitäten des bezirklichen Ordnungsamtes sind dem Bezirk eigentlich lange bekannt, hier hätte man rechtzeitig Lösungen finden können.“

Die Parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Bettina Domer und Daniel Buchholz „Gutes Wohnen und sicheres Wohnumfeld im Spandauer Neubauviertel Waterkant? Einwohner*innen fordern mehr Einsatz für Sicherheit, gegen Vermüllung, wildes Parken und weitere Ordnungswidrigkeiten“ finden Sie mit allen Senatsantworten anbei als PDF

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