Thorak-Pferde kommen auf die Zitadelle Spandau ins Museum. Erweiterung der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“
Nach der erzielten Einigung in den Verhandlungen um die sogenannten „Thorak-Pferde“ gelangen die Skulpturen des Bildhauers Josef Thorak (1889-1952) ins Museum. Die beiden überlebensgroßen „Schreitenden Pferde“ hatte der im Nationalsozialismus zu den Bevorzugten gezählte Künstler für die Gartenseite der Neuen Reichskanzlei Adolf Hitlers gestaltet. Nach ihrem abenteuerlichen Weg über Wriezen und Eberswalde in Brandenburg sowie Bad Dürkheim in der Pfalz kommt die umstrittene Propagandakunst zurück nach Berlin.
Sie werden zur Zitadelle Spandau gebracht und dort der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ angegliedert. Da die Bronzepferde für den Raum der bereits bestehenden Ausstellung zu nationalsozialistischen Denkmälern schlichtweg zu groß sind, wird ein neuer Ausstellungsraum in der Bastion Königin ertüchtigt und vorbereitet. Dies eröffnet zudem die Möglichkeit, dort auch weitere Werke zu zeigen. Bis zur Fertigstellung einer angemessenen Ausstellungskonzeption, womit nicht vor Ablauf eines Jahres gerechnet werden kann, werden sie nicht öffentlich zugänglich sein. Erst mit der entsprechenden Kontextualisierung, die den inhaltlichen Zusammenhang zum in „Enthüllt“ bereits realisierten Umgang mit problematischen Denkmälern herstellt, wird das Tor für den normalen Museumsbesuch geöffnet.
Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, führt dazu aus: „Hier in der Zitadelle Spandau stimmen nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch der kuratorische Rahmen für eine angemessene Präsentation der Thorak-Pferde. Das ist für alle Beteiligten eine win-win-Situation.“
Gerhard Hanke, Bezirksstadtrat für Weiterbildung und Kultur, führt dazu aus: „Die Erweiterung der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ um die Thorak-Pferde ist ein wichtiger Beitrag zu der Auseinandersetzung mit unserem toxischen Erbe aus Zeit des Dritten Reichs. Ich bedanke mich bei Staatsministerin Monika Grütters, die diese Auseinandersetzung durch die Leihgabe der Thorak-Pferde sowie einen erheblichen finanziellen Beitrag ermöglicht.“
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) wird sich am Ausbau eines Gebäudes der Zitadelle Spandau für die Erweiterung der dortigen Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ beteiligen. Es ist beabsichtigt, neben anderen Objekten in dem zusätzlichen Ausstellungsraum auch die jüngst dem Bund aufgrund eines gerichtlichen Vergleichs zugesprochenen „Schreitenden Pferde“ von Josef Thorak einzubringen.

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