Wie Berlin seine Kunst rettet? In Spandau!
Nach zwei Jahren Vorarbeit ist es soweit: Der originale Münzfries der „Neuen Königlichen Münze“ von Johann Gottfried Schadow kommt auf die Zitadelle Spandau.
Der monumentale Skulpturenfries ist ein klassizistisches Meisterwerk des berühmten Berliner Bildhauers Johann Gottfried Schadow. Die 39 Sandsteinplatten erreichen eine Länge von 36,50 Metern und wiegen ca. 26 Tonnen. Dennoch waren sie seit 1871 mehrfach auf Reisen durch Berlin – und seit 1986 mehr oder weniger versteckt im Sockel des Kreuzberg-Denkmals. Nun erfolgt ab dem 5. Oktober der Transport und die Einbringung auf der Zitadelle Spandau.
Die Schadow Gesellschaft Berlin e.V. bemüht sich seit vielen, vielen Jahren, zusammen mit der Alten Nationalgalerie (Eigentümerin), diesen einzigartigen Berliner Kunstschatz der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Vor allem jedoch musste auch ein Ort gefunden werden, an dem der Skulpturenfries untersucht und restauriert werden kann. Als 2024 die Anfrage an die Zitadelle kam – angeregt durch das Museum „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“–, hat das Kulturamt Spandau nicht gezögert, die Rettung des Münzfrieses irgendwie möglich zu machen. Alle, das Team der Zitadelle, die Schadow Gesellschaft und das zuständige Team der Alten Nationalgalerie haben hart an den Vorbereitungen der Räume, der restauratorischen Begutachtung und des Schwertransports gearbeitet. Die Finanzierung ist durch das Engagement der Schadow Gesellschaft Berlin e.V. möglich, deren Vorstand und Mitglieder sich weiter unermüdlich um Spenden für die Restaurierung bemühen.
Ab dem 5. Oktober erfolgt die Einbringung des tonnenschweren Sandsteins zur Zitadelle in die Bastion Königin – gegenüber von den ebenfalls schweren, aber historisch eher schwierigen Denkmälern, die im Museum und Schaudepot bereits zu sehen sind.
Nach dem Winterschlaf der Fledermäuse in den Kasematten hinter den auserkorenen Räumen können ab Mai 2027 die Restaurierungsarbeiten beginnen. Zu den Öffnungszeiten der Zitadelle werden der Münzfries und die Fortschritte der Restaurierung für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein.
Wie rettet Berlin also seine Kunst? Gemeinsam!
Bezirksamt Spandau von Berlin